ÄrztInnen-Arbeitszeit: Grünewald sieht akuten Handlungsbedarf

Montag, 04. Dezember 2006, 14:18 Uhr

Beitrag von: O-PT-S

"Forschung ist keine Freizeitbeschäftigung"

Umgehende, lösungsorientierte Gespräche zwischen TILAK, Medizinuni, Land und Bund fordert der GRÜNE Gesundheitssprecher Kurt Grünewald als Konsequenz auf die Arbeitszeiten-Erhebung an der Klinik Innsbruck. "Die Forschung ist eine Grundvoraussetzung für anspruchsvolle Patientenversorgung. Wenn nahezu 100% der regulären Arbeitszeit von Bundesbediensteten für Aufgaben der Patientenversorgung aufgebracht werden, verstößt dies aufs Gröbste gegen Rechte und Pflichten der HochschullehrerInnen, die per Gesetz zu Forschung und Lehre verpflichtet sind," unterstreicht Grünewald. Er fordert eine Garantie für einen 40-prozentigen Forschungsanteil im Rahmen der normalen Arbeitszeit.

Verwundert ist der Grüne Gesundheitssprecher über die Aussagen von TILAK Vorstand Herbert Weissenböck. "Wenn Forschung vorwiegend nur mehr in der dienstfreien Zeit absolviert werden kann, schadet dies dem Forschungsstandort Innsbruck und bringt jungen WissenschafterInnen beträchtliche Karrierenachteile. Es grenzt schon an missbräuchliche Verwendung von Bundesbediensteten, wenn diese vorwiegend die gesetzlich den Ländern zugeschriebenen Aufgaben der Krankenversorgung übernehmen und dies zu Lasten von Forschung und Lehre geht."

Grünewald fordert vehement die Einbeziehung des Rektorates in die Entscheidungsgremien der TILAK und die Verankerung des Betriebsrates der Bundesärzte in den Aufsichtsrat der TILAK. "Es geht nicht an, dass die Universität die Hälfte der Personalkosten und der Nachtdienste trägt, ohne dass diese ein entsprechendes Mitwirkungsrecht in wesentlichen Angelegenheiten des klinischen Betriebes besitzt und nur auf Wohlwollen und Verständnis der TILAK angewiesen ist." Überdies bezahle der Bund auch 50 Prozent der Neubauten und Sanierungen.

Bundesministerin Gehrer sei wiederholt auf diese Problematik hingewiesen worden und müsse ihre Aufsichtspflicht endlich wahrnehmen. Auch die Tiroler Landesregierung sollte umgehend Gespräche über einen Zusammenarbeitsvertrag zwischen Universität und TILAK aufnehmen, die die Interessen beider "Kontrahenten" auf einen konsensualen Nenner bringt. "Jedenfalls dürfen die warnenden Stimmen von Rektor Sorg und des Betriebsrates der Universität nicht länger ignoriert werden," schließt Grünewald.

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