Niederwieser: "Werden diesen Sumpf austrocknen!"
"Jetzt wissen wir, wie die FPÖ-Mannschaft in den Österreichischen Bundesbahnen mit unserem Geld umgegangen ist. Von Sri Lanka bis in den Iran wurde mit Millionenprojekten und politischem Einfluss geprotzt, und herausgekommen sind Blamage und Schulden!" So kritisiert der Tiroler SP-Nationalratsabgeordnete Erwin Niederwieser die durch jüngste Enthüllungen bekannt gewordenen Vorgänge um die ÖBB-Manager Alexius Vogel und Alfred Zimmermann.
"Beide waren mit kräftiger Unterstützung der FPÖ bzw. des BZÖ in ÖBB-Funktionen gehievt worden, ganz im Sinne des seinerzeitigen Kampfes eines Dr. Haider gegen den Postenschacher", meint Niederwieser ironisch. Die mangelnde Kompetenz, insbesondere bei Herrn Vogel, sei schon zuvor hinlänglich bekannt gewesen. "Dank FPÖ-(BZÖ)-Verkehrsministern war das aber kein Hindernis für den Einstieg in die Leitung einer wichtigen ÖBB-Tochterfirma." Gemeinsam mit Vizekanzler Gorbach wollte Vogel "Spuren in den Eisenbahnen der Welt" hinterlassen. "Spuren gibt es schon", kritisiert der SP-Abgeordnete, "allerdings in der Bilanz der ÖBB". Für diese werde sich nach Innenrevision und Rechnungshof auch die Staatsanwaltschaft interessieren.
"Die Sache wäre tatsächlich etwas fürs Kabarett, wären da nicht wichtige Tiroler Infrastrukturprojekte, die durch diese unheilige blau-orange Allianz aus Ministern, Beamten und neuen Managern in Mitleidenschaft gezogen wurden", so Niederwieser, der aufzählt: Das Zugangebot in Tirol wurde ausgedünnt und Bahnhofspersonal abgezogen. Teilweise verkehren Wagengarnituren, die schon seit Jahrzehnten im Einsatz sind und die Fahrpreise für Pendler wurden erhöht. Das Land musste selbst Zuggarnituren kaufen und die Finanzierung der Regionalbahn ist weiterhin nicht völlig gesichert. "Während die Eisenbahner eine Kürzung nach der anderen in Kauf nehmen mussten, wurden Millionen Euro in den Sand gesetzt", kritisiert der Abgeordnete.
"Die Medienberichte sind erst der Anfang. Wir werden dafür sorgen, dass auch dieser Sumpf ausgetrocknet wird", so Niederwieser abschließend.