Autobahnanschluss Mitte: Große Belastung für Pradl und Probleme für IVB

Freitag, 01. Dezember 2006, 11:47 Uhr

Beitrag von: Manni

Kurz vor der Eröffnung des Autobahnanschlusses Mitte (AIM) beweisen die aktuelle Stadtregierung und die ihr unterstehende Verkehrsabteilung erneut verkehrspolitisches Unvermögen: in Süd- und Westpradl wird der Individualverkehr um mehr als das Doppelte zunehmen, die Busse der IVB sollen deshalb den vom Autobahnanschluss Mitte erzeugten Stau umfahren und die neue Straßenbahnstrecke der Linie 3 wurde gar nicht erst bedacht. Leidtragende sind vor allem die BewohnerInnen von Pradl und die NutzerInnen der öffentlichen Verkehrsmittel.

Der vom AIM zusätzlich erzeugte motorisierte Individualverkehr wird an der "Sonnpark-Kreuzung" nahe des Leipziger Platzes, einer Vorausberechnung der Verkehrsabteilung zufolge, das Verkehrsaufkommen mehr als verdoppeln - von vorher 5.200 auf nunmehr 11.200 PKW pro 24 Stunden.

Daher empfiehlt die städtische Verkehrsabteilung jetzt den Innsbrucker Verkehrsbetrieben, ihre Linien C und J um diesen Bereich herumzuleiten - ungeachtet der Nachteile, die sich dadurch ergeben, wie längerer Fahrzeit und schlechterer IVB-Versorgung des Bereichs "Sonnpark-Kreuzung", in deren unmittelbarer Umgebung sich ein 14geschossiges Wohnhochhaus und zahlreiche weitere Wohnanlagen befinden.

Weitere Nachteile für den öffentlichen Personennahverkehr und finanzielle Zusatzbelastungen für das Stadtbudget entstehen auch durch notwendig werdende neue Verkehrsampeln in der Gumppstraße und am Leipziger Platz.

Vor allem aber ist im Straßenbahnkonzept die Verlegung der Straßenbahnlinie 3 in die Amraser Straße vorgesehen. Im Bereich der "Sonnpark-Kreuzung" wird dafür, wie auf allen Neubaustrecken, ein separater Gleiskörper benötigt, wofür eigentlich eine Zurückdrängung des Individualverkehrs notwendig wäre - von diesen seit mehreren Jahren bestehenden Planungen, die sich kurz vor der Realisierung befinden, scheint man aber bei der Verkehrsabteilung noch nie gehört zu haben.

Der nach wie vor rechtsgültige Grundsatzbeschluss des Gemeinderates, in dem festgelegt ist, dass die Verkehrsmittel des Umweltverbundes gegenüber dem motorisierten Individualverkehr zu bevorzugen sind und letzterer auf ein stadtverträgliches Ausmaß zurückgedrängt werden muss, wird mit Eröffnung des AIM und durch seine Folgewirkungen erneut ad absurdum geführt und die NutzerInnen des öffentlichen Verkehrs wie auch die BewohnerInnen von Pradl ziehen wieder einmal den kürzeren.

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