Gegen die Stimme des GRÜNEN Gemeinderats Gerhard Fritz beschloss gestern der Bauausschuss eine "Wohlmeinung" für die Errichtung von 91 Parkplätzen auf der "Sophienruhe" - ein nach Auskunft der Stadtplanung "massiver Eingriff in die Landschaft" mit Kosten von mindestens 300.000 ¤, die Stadt und Land zu tragen haben werden, die aber nur wenig zur Linderung der vom Alpenzoo immer wieder behaupteten "Parkplatznot" beitragen werden. "Wenn der Geschäftsführung für ihren "Themenpark" Alpenzoo nichts Besseres einfällt, als dass die BesucherInnen mit dem Auto bis vor die Kassa fahren sollen, dann hat sie offenbar ziemlich verquere Vorstellungen von den Alpen", meint Fritz.
Der dem Bauausschuss vorliegende schriftliche und teilweise mündliche Bericht der Stadtplanung und der Verkehrsplanung zeigt auf,
dass massive Landschaftseingriffe geplant sind: Abgrabungen und Aufschüttungen bis zu 8 m, Steinmauern von bis zu 4 m Höhe
dass die vorliegende Planung keineswegs ausführungsreif ist, sondern es sogar an einer ordentlichen "Bestandsaufnahme" mangelt, keine Gedanken an nach Auskunft von Fachleuten erhaltungswürdige Bäume verschwendet wurden, und überhaupt die gestalterische Qualität mangelhaft ist, weil recht offensichtlich keinE LandschaftsarchitektIn beigezogen wurde
dass "Skepsis" am Platz ist, ob mit den in das Naherholungsgebiet zu betonierenden 91 Stellplätzen das Parkplatzproblem des Alpenzoos wirklich gelöst werden kann.
"Wir sollen also um 300.000 ¤ die Sophienruhe mit ganzen 91 Parkplätzen zerstören, und damit nur noch mehr Verkehr in die enge Weiherburggasse bringen, anstatt endlich die umweltfreundliche Anreise mit Öffis zu einem wesentlichen Inhalt der Marketingstrategie des Alpenzoos zu machen", fasst die grüne Stadträtin Uschi Schwarzl den geplanten gelb-schwarz-roten Koalitionsunsinn zusammen.
Vizebürgermeister Platzgummer hatte laut Fritz noch einen draufgesetzt: "Er unterstrich die Feststellung der Stadtplanung, dass die Parklandschaft "derzeit etwas verwahrlost" sei - da könne mit dem Bau eines schön gestalteten Parkplatzes die Situation ja eigentlich nur verbessert werden. Mit so einer Logik kann man natürlich jeden Park und jede Erholungslandschaft zuerst verwahrlosen lassen, um dann mit einem Parkplatz und ein bissl Landschaftsarchitektur die Sache wieder zu verschönern. Mit so einer Logik kann man sicher auch irgendwann im Hofgarten oder im Schlossgarten von Schloss Ambras einen Parkplatz bauen - auch dort gibt es schließlich Parkplatznot", ironisiert der grüne Fritz den "Geistesblitz" des Vizebürgermeisters.
Unbeeindruckt von aller "Skepsis" der Stadtplanung und von den grünen Gegenargumenten beschloss die Koalition die Zerstörung der Sophienruhe um 300.000 ¤ öffentlichen Geldes.
" Es ist doch aberwitzig: Die Stadt führt die neue Hungerburgbahn auf besonderen Wunsch des Alpenzoos nahe an den Zoo heran und lässt um ein teures Steuergeld die dortige Zwischenstation bauen - und dann sollen wir um 300.000 ¤ Steuergeld die Landschaft durch Parkplatzbau vernichten?", fragt Stadträtin Schwarzl die "Betonkoalition".
"Bis zur von der Stadtplanung - und vom Bauausschuss - wenigstens geforderten "gestalterischen Überarbeitung" des Parkplatzprojekts und zur endgültigen Beschlussfassung wird ja noch einige Zeit vergehen. Zeit, die die Bevölkerung noch nutzen kann, um gegen Geldverschwendung und Landschaftszerstörung zu protestieren," so Fritz und Schwarzl unisono.