Die am Freitag von Landesrat Lindenberger, ATM-Aufsichtsratsvorsitzendem Hubert Rauch und IKB-Vorstandsvorsitzendem Elmar Schmid präsentierte Tiroler Mülllösung, die keine ist, sondern sich viel mehr als Kompromiss zur Gesichtswahrung der Beteiligten darstellt, könnte sich vor allem für die Stadt Innsbruck zu einem faulen Kompromiss auswachsen.
Ob das so ist, wird von der Beantwortung vieler Fragen abhängen?
Die IKB hat vor Jahren viel Geld in den Ausbau der Deponie Ahrental investiert. Der verkündete Müllkompromiss, der verkehrspolitisch völlig unsinnig die Deponie Ahrental zum Standort einer reinen Müllsortieranlage reduziert, bedeutet defacto das Aus für die Deponie Ahrental. Wer refundiert den Innsbrucker GebührenzahlerInnen, die über die Müllgebühr alle im Ahrental vorgenommenen Investitionen abzahlen, diese verlorenen Investitionen?
Wer kommt für die verlorenen Planungskosten für die mechanisch biologische Anlage (MBA) im Ahrental auf? Lt. IKB handelt es sich dabei um 4 Mio. €. Müssen dafür wieder die städtischen GebührenzahlerInnen aufkommen oder wird dieser Betrag vom Land, das 2004 das Ahrental als Standort für die MBA verordnet hat, aufgebracht? Oder greift gar LR Lindenberger, der von seiner ersten "Amtsstunde" an, die AMBA torpediert hat, ins eigene Börsel?
Zu wessen Lasten gehen die Werbekampagnen, die IKB und ATM in den letzten Monaten in fast allen Printmedien geschaltet haben, um die AMBA gegen Lindenbergers Torpedos zu schützen und die MBA als die beste und einzig bis zur gesetzlichen Frist Ende 2008 realisierbare Lösung anzupreisen?
Was haben all die Gutachten im Vorfeld der Projekteinreichung und der UVP für die MBA gekostet, und wer übernimmt diese Kosten, die offenbar "für die Katz" waren?
Was kosten die vorzunehmenden Umplanungen der AMBA in eine mechanische Sortieranlage und wer hat diese zu bezahlen?
Aber auch die IKB-AG wird sich Fragen gefallen lassen müssen. Denn wie kann ein Unternehmen, das noch vor Wochen in seiner Werbekampagne die AMBA als die beste Mülllösung für Tirol dargestellt hat, plötzlich aufgeben, und zwar noch bevor das Ergebnis des UVP-Verfahrens vorliegt? Gibt es etwa Gegengeschäfte, und wenn, welche?
Wie sollen IKB und Innsbrucker GebührenzahlerInnen die verlorener Kosten im Ahrental, und für die bisherige AMBA-Projektierung ausgeglichen werden? Welche Einnahmen wird die Müllsortierung im Ahrental bringen und welche Rolle wird die IKB (gemeinsam mit dem Industriellen Thöni) in der angedeuteten Projektgesellschaft zur Planung, Errichtung und Betrieb der Verbrennungsanlage spielen?
Fragen über Fragen also, deren Beantwortung dringend ansteht.