Scheiber: Naturschutzgebiete sind kein Selbstbedienungsladen!

Sonntag, 05. November 2006, 12:57 Uhr

Beitrag von: O-PT-S

Für die Erweiterung des Kraftwerkes Sellrain-Silz sollen die Bäche aus
bestehenden Naturschutzgebieten abgeleitet werden. Die Tiroler GRÜNEN
befürchten, dass die ÖVP/SPÖ Regierung über deren Schutzstatus einfach
"drüberfahren will" und setzen auf internationales Recht.

Für das geplante Kraftwerksprojekt sollen Bäche aus dem
Landschaftsschutzgebiet "Serles Habicht Zuckerhütl" und dem Ruhegebiet
"Stubaier Alpen" abgeleitet werden. Für die GRÜNE Naturschutzsprecherin LA
Maria Scheiber ist das ein weiterer Beweis dafür, dass in Tirol „der
Naturschutz nicht hält, was die ÖVP in ihren Sonntagsreden verspricht“.
Scheiber ist überzeugt: "Ein fließender Bach ist die Lebensader einer
intakten Landschaft und damit das unverzichtbare Herzstück jedes
Landschaftsschutzgebietes."

Zudem ortet Scheiber, dass ÖVP und SPÖ den Begriff Ruhegebiet wohl falsch
verstehen. "Es geht nicht darum Ruhe ins Gebiet zu bringen indem man
plätschernde Bäche in Rohen verschwinden lässt. Es geht darum, das Gebiet
einfach in Ruhe zu lassen" ärgert sich Scheiber über den hemmungslosen
Abverkauf von Tiroler Schutzgebieten und weiter: "Vor dem Tiroler
Naturschutzgesetz sind eben nicht alle gleich. Sobald ein Projektant
einflussreich genug und in den Hinterzimmern des Landhauses bewandert ist,
wird das Gesetz ganz locker umgangen - auf Vorbestellung auch angepasst."

Angesichts dieser schwachen Position des Naturschutzes steuere Tirol
unausweichlich in eine rechtliche Konfrontation mit internationalen Vorgaben
und Verpflichtungen. "In Tirol ist ja nichts so schnell und restlos entsorgt
wie das ÖVP Lippenbekenntnis zum Naturschutz. Beschämender weise müssen es
wieder einmal internationale Vorgaben sein, die Tirols wertvolle
Naturschutzgebiete auch für nachkommende Generationen bewahren werden."
verweist Scheiber beispielsweise auf das Naturschutzprotokoll der
Alpenkonvention und die Europäische Wasserrahmenrichtlinie. "Wir werden
sicher nichts unversucht lassen um bei den Schutzgebieten das zu halten, was
die ÖVP eigentlich versprochen hat."

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