SPÖ fordert rasche Evaluierung der Nachmittagsbetreuung. Eklatante Unterschiede in der Umsetzung der Nachmittagsbetreuung ortet SP-Klubobmann Ernst Pechlaner. "Wo engagierte Leute am Werk sind, funktioniert das neue Modell bereits sehr gut, in anderen Gemeinden hat man eher den Eindruck, dass der Widerstand dominiert", so Pechlaner. So sei es zum Beispiel nicht verständlich, warum es in einer Schulstadt wie Hall keinen Bedarf geben soll.
Wenige Kilometer weiter sieht die Sache anders aus, berichtet SP-Gemeinderat Markus Prajczer aus Rum. Dort wurde bereits vor einem Jahr eine Arbeitsgruppe mit der Umsetzung des Gesetzes befasst und eine breite Diskussion geführt. "So konnten viele Probleme in der praktischen Umsetzung frühzeitig erkannt werden", sagt Prajczer. Das Ergebnis: 114 Kinder werden derzeit nachmittags betreut, das sind etwa 14 Prozent der schulpflichtigen Kinder. Mit einer Steigerung im nächsten Halbjahr wird gerechnet. Die Gemeinde Rum hat ein leicht modifiziertes Modell umgesetzt. So steht der Mittagstisch allen Kindern offen und die Abholzeit ist zwischen 17 und 18 Uhr flexibel. "Das wird sehr gut angenommen", erzählt der Rumer Gemeinderat.
Weitere Positivbeispiele findet SP-Klubobmann Pechlaner in Innsbruck und in der Volksschule Perjen im Oberland. "Da wie dort ist man sich bewusst, dass die Eltern einen Rechtsanspruch auf die Nachmittagsbetreuung haben und hat bereits vergangenes Jahr mit den Vorbereitungen begonnen."
Aus Gemeindesicht sei vor allem der Betreuungsschlüssel zu kritisieren. "Eine Gruppe von 17 bis 18 HauptschülerInnen überfordert eine einzelne Betreuungsperson", meint Prajczer. Deshalb stellt die Gemeinde Rum drei zusätzliche Personen, darunter auch Hortangestellte, zur Verfügung. "Das kostet natürlich. Ich wünsche mir vom Land, dass hier mehr Geld in die Gemeinden fließt", formuliert der SP-Gemeinderat.
"Die Schwachstellen müssen ehestmöglich analysiert und nachgebessert werden - nicht erst nach dem ersten Jahr, sondern bereits nach dem ersten Semester", fordert SP-Klubobmann Pechlaner, der die Wichtigkeit der schulischen Nachmittagsbetreuung für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und für die Chancengleichheit von Kindern aus unterschiedlichen sozialen Schichten betont. Auch würde damit der Schattenschule Nachhilfe der Kampf angesagt.