Misanthropic Violence Festival 3 29. und 30. September 2006 Innsbruck

Samstag, 07. Oktober 2006, 10:26 Uhr

Beitrag von: O-PT-S

Einige uns bekannte AntifaschistInnen besuchten am 29. und 30. September 2006 das "Misanthropic Violence Festival III" im VAZ Hafen in Innsbruck, um sich ein genaues Bild der Veranstaltung machen zu können. Das gesamte Festival war stark von rechtsextremen Symboliken geprägt, was sich sowohl auf der Seite der FestivalbesucherInnen, als auch auf jener der VeranstalterInnen folgendermaßen äußerte:

Das Publikum


In etwa ein Viertel der FestivalbesucherInnen war auf Grund ihres Auftretens und Verhaltens als rechtsextrem einzustufen, viele der Rechtsextremen waren ihrem äußerlichen Erscheinungsbild nach der rechten Skinhead-Szene zuzuordnen. Es waren viele eindeutig rechtsextreme und auch verfassungsfeindliche Symbole zu sehen, zT. auf T-Shirts aufgedruckt, aber auch in Form von Aufnähern oder Tätowierungen. Abzeichen rechtsextremer Musikgruppen wurden von der Mehrheit der Anwesenden getragen. Viele trugen die "Schwarze Sonne", ein Symbol, das mit der mystisch-esoterischen Seite des Nationalsozialismus in Verbindung gebracht wird (vgl. Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_Sonne).

Weiters waren "Keltenkreuze" auf einigen T-Shirts zu sehen, die in dieser Form ausschließlich von Rechtsextremen verwendet werden. Mehrere Reichsadler und sogar Hakenkreuze stachen den BeobachterInnen ins Auge (siehe Foto). Während der Konzerte wurden mehrmals rechte Hände zum "Hitlergruß" erhoben , und es wurde "Heil" gerufen. In Verbindung mit dem Hitlergruß ist dieses "Heil" eindeutig als solches zu verstehen, auch wenn andere KonzertteilnehmerInnen "Hail" ("Hail Satan") skandierten.

Die Verkaufsstände

Auf der Homepage der VeranstalterInnen wurden bereits im Vorfeld des Festivals verschiedene Verkaufsstände einiger Versände angekündigt, die am Gelände des Festivals ihre Waren anbieten sollten. Bei der Begutachtung der Stände fielen viele rechtsextreme Artikel und Tonträger auf, die den FestivalbesucherInnen zum Verkauf angeboten wurden: u.a. Tonträger der neonazistischen Bands "BURZUM", "BILSKIRNIR", "TOTENBURG" und "SATANIC WARMASTER", weiters T-Shirts der Band "BURZUM", und auch T-Shirts mit der Aufschrift "WIKINGERBLUT - STOLZ UND STARK".

Außerdem wurden Aufnäher der Bands "BURZUM" und "ABSURD" verkauft. Die Gruppe "ABSURD" spielt eine zentrale Rolle in der deutschen NSBM ( National sozialistischer Black Metal) Szene. Der Frontmann, der Neonazi Hendrik Möbus ist in rechtsextremen Kreisen zur Kultfigur geworden (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Absurd_%28Deutschland%29 ). An einem Stand wurden auch Anhänger und Trinkhörner angeboten, auf denen die "Schwarze Sonne" (s. o.) abgebildet war.

Die VeranstalterInnen

Schon zu Beginn fiel auf, daß die VeranstalterInnen, der Verein "BRUTAL ARTS TYROL", ihre eigenen Securities engagiert hatten. Einer von ihnen trug ein T-Shirt, auf dem mensch den Slogan "MY PISS - YOUR BLOOD" lesen konnte (auf deutsch "Meine Pisse - Euer Blut"). Dies bezieht sich wohl auf das sozialdarwinistische, konstruierte Bild der Reinheit und Überlegenheit des "deutschen Bluts" gegenüber Menschen, die in der neonazistischen Ideologie als "nichtdeutsch" gelten.

Außerdem wurde nichts den BeobachterInnen ersichtliches unternommen, um BesucherInnen mit verfassungsfeindlichen Symbolen (Hakenkreuze) des Festivals zu verweisen, auch wenn dies in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen besonders hervorgehoben worden war. Auch die Duldung der Verkaufsstände rechtsextremer Versände lässt "BRUTAL ARTS TYROL" in mehr als bedenklichem Licht erscheinen.

Auf Grund der Internationalität und Überregionalität der Anwesenden hat das Festival Vernetzungscharakter, und da auch jüngere Szeneanhänger anwesend waren, vermutlich auch Rekrutierungscharakter für die rechtsextreme Blackmetalszene in Innsbruck und ganz Tirol. Die Einstufung des "Misanthropic Violence Festivals" als rechtsextreme Veranstaltung mit teilweise neonazistischem Publikum ist angebracht, und als solches ist es auch zu unterbinden.

Dies ist kein Angriff auf die Blackmetalszene, denn es ist uns bewußt, daß sich auch Menschen auf dem Festival befanden, die mit den rechten Umtrieben überhaupt nichts zu tun haben (wollen) und daß authentischer Black Metal nichts mit rechtem Inhalt zu tun hat. Dennoch soll diese Aussendung ein Ansporn zur Auseinandersetzung mit rechtsextremen Inhalten in dieser Szene sein und eine Aufforderung zur Reflexion und Abgrenzung von ebendieser Spielart des Black Metal.

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http://imzoom.info/article.php/2006100710264864