Keine JungbürgerInnen zweiter Klasse!

Freitag, 06. Oktober 2006, 13:33 Uhr

Beitrag von: O-PT-S

Am 20. Oktober findet die diesjährige JungbürgerInnenfeier der Stadt Innsbruck statt. Über 1000 Jugendliche des Jahrgangs 1988 dürfen sich über eine Einladung ins Landestheater freuen. Außen vor bleiben ein weiteres Mal junge MigrantInnen.

"Ich finde es beschämend, wie die Stadt hier mit ihren Jungen mit nichtösterreichischer Herkunft umgeht. Integration ist ein Prozess, der auf Gegenseitigkeit beruht. Die Stadt hätte bei der JungbürgerInnenfeier die Gelegenheit, den 18-jährigen MigrantInnen zu zeigen, dass sie hier willkommen sind", erklärt SP-Gemeinderätin Karin Blum.

Blum fordert die Bürgermeisterin auf, bei der JungbürgerInnenfeier ein Zeichen der gelebten Integration zu setzen. "18-Jährige mit Migrationshintergrund leben, lernen und arbeiten in Innsbruck. Warum sie am 20. Oktober JungbürgerInnen zweiter Klasse sein sollen, sehe ich nicht ein. Statt dieser Ausgrenzung wünsche ich mir ein großes multikulturelles Fest für alle jungen InnsbruckerInnen, wo die unterschiedlichen Kulturen sich begegnen und voneinander lernen können", beschreibt Blum ihre Vorstellung einer Feier für Over-Eighteens.

Gerade junge MigrantInnen werden im Alltag allzu oft diskriminiert und benachteiligt. Die Stadt müsse dem entgegenwirken und das Ihre dazu tun, dass Integration keine leere Worthülse bleibt. Das gemeinsame Feiern der Volljährigkeit wäre für Blum ein Schritt in diese Richtung.

Keinen Platz bei der JungbürgerInnenfeier hat für die SP-Gemeinderätin der Programmpunkt "ökomenischer Gottesdienst". "Zum einen ist es schlicht und einfach nicht mehr zeitgemäß, junge Menschen in die Kirche zu schleppen, zum anderen bin ich strikt für die Trennung von Kirche und Politik. Der Kirchgang vor der Feier ist ein konservatives Relikt, das die Jungen nicht mehr interessiert - vor allem jene nicht, die nicht christlichen Glaubens sind", schließt Blum.



0 Kommentar(e)



http://imzoom.info/article.php/20061006133356426