Die Aussagen des Rektors der Universität Innsbruck, Manfried Gantner, in der Ausgabe der Tiroler Tageszeitung vom 5. Oktober, wonach Studiengebühren eine zumutbare Eigenleistung wären, stoßen beim Verband Sozialistischer StudentInnen Innsbruck (VSStÖ) auf Ablehnung. Christoph Graf, Vorsitzender des VSStÖ Innsbruck, gibt Gantner zwar recht, dass die Unis chronisch unterfinanziert sind, jedoch, so Graf: "Studiengebühren sind absolut unsozial und treffen vor allem Studierende aus unteren Einkommensschichten. Die Finanzierung der Universitäten muss ausschließlich Aufgabe des Staates sein."
Dass Gantner plötzlich die Wahlprogramme von SPÖ und Grünen positiv sieht, mag zwar gut klingen, sieht aber in den Augen des VSStÖ mehr nach Opportunismus als nach ehrlicher Meinung aus.
Stefanie Kreissl, Vorsitzende des VSStÖ dazu: "Hier wird wieder einmal offensichtlich, dass Gantner nur ein Fähnlein im Wind ist, welches seine politische Meinung nach der politischen Mehrheit ausrichtet, offenbar um persönliche Vorteile herausschlagen zu können. Besser wäre, er würde endlich einmal auf die Wünsche der Universitätsangehörigen hören".
"Die SPÖ hat im Zuge des Wahlkampfes die Abschaffung der Studiengebühren versprochen. Wir werden sie an ihren Wahlversprechen messen und fordern, dass dies auch zur Koalitionsbedingung gemacht wird. Außerdem fordern wir eine neue Universitätsreform, in welcher vor allem die Uni wieder demokratisiert werden muss. Weiters muss eine echte Mitbestimmung an der Universität für alle Universitätsangehörigen geschaffen werden", schließen Kreissl und Graf unisono.