Ich bin 1979 in St. Johann i.T. geobren, lebe und studiere seit Jahren in Innsbruck. Ich war, seit ich denken kann, politisch und habe mich soweit ich mich zurück erinnern konnte auch immer dem linken Spektrum verbunden gefühlt. Mit der KPÖ kam ich allerdings erstmals auf Demonstrationen gegen Schwarz-Blau in Kontakt. Schon damals war deren Analyse die einzige, die mir einleuchtete, während andere von Chirac Hilfe erflehten. Der Kontakt zur KPÖ wurde spiralförmig immer enger, über die Debatte über die EU-"Verfassung" kam ich über die "Linke" entgültig zur KPÖ. Eine Mitgliedschaft überlegte ich mir lange. Erst im Juli 2006 trat ich der Partei bei.
Es ist unerträglich, mit welcher Ignoranz Politiker verschiedener Parteien ausgestattet sind. Ich weiß nicht, ob ich jemals, selbst wenn es legal wäre heiraten will, aber die Tatsache wie die "Familienparteien" die Ungleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften begründen, ist geradezu pervers. Ihnen schwebt die Familie als Reproduktionsorgan vor, das das Angebot der Ware "Mensch" immer hoch halten soll, damit den Unternehmen die Arbeitskräfte nie ausgehen. Diese Parteien sind es, die als erste immer den Geburtenrückgang beklagen und zwar aus einem einzigen Grund: Weil ihre Klientel von der hohen Jugendarbeitslosigkeit profitiert. Sie wollen den jungen Menschen weismachen, daß das Pensionssystem nicht mehr funktioniere, weil es zu wenig junge gebe, und daß die Menschen in Zukunft eben länger arbeiten müßten. Dabei wird aber unter den Tisch gekehrt, daß die erwerbstätige Bevölkerung immer sowohl für die Kinder, als auch für die Älteren aufkommen muß. Weniger Kinder bedeutet weniger mitversicherte Kinder. Die erwerbstätige Bevölkerung würde es mehr belasten, wenn plötzlich ein neuer Baby-boom hereinbräche. Die ideale Alterszusammensetzung sieht nacht rechter und "neo"liberaler Ideologie folgendermaßen aus: Ein breiter Sockel, der sich nach oben hin permanent verjüngt. Die klassische Pyramide also. Wann gab es die? In europäischen Ländern Anfang des 20.Jahrhunderts noch, heute in den Entwicklungsländern. Später änderte sich die Form. Wie kam dieses "Ideal" zustande? Weil ständig viele Kinder geboren wurden, die dann gleichmäßig über den gesammten Lebenszeitraum fleißig starben. Ein ausgesprochen leidvoller Zustand für die Mehrheit der Bevölkerung. Mit der Hebung der Lebensstandards der Bevölkerung wurde auch die Sterblichkeit geringer, Pyramide veränderte sich, weil weniger Menschen an Krankheiten starben.
An diesem Beispiel wird ersichtlich, wie die reaktionäre Familienpolitik, von der weite Bevölkerungsschichten zu profitieren glauben, ein Mittel zur Senkung des allgemeinen Lebensstandards sind. Die Förderung von geburtenstarken Jahrgängen verstärkt den Druck am Arbeitsmarkt für die künftigen Generationen. In der Diskussion um die Finanzierung der Pensionskassen werden wichtige Punkte ständig außer acht gelassen:
1.Staatliche Förderung der Privatvorsorge verschärft die Ungleichheit zwischen denen die sich eine Privatvorsorge leisten können und denen, die das nicht tun können. Weiters verschafft sie den profitorientierten Privatunternehmen einen Wettbewerbsvorteil, da Gelder aus öffentlichen Mitteln in die Kassen der Privatvorsorge verfrachtet werden.(Beispiel dafür ist die sog. Riester-Rente in Deutschland)
2.Privatvorsorge ist entgegen der neoliberalen Propaganda teurer als Öffentliche Modelle. (öffentliche Modelle ca. 2-4% der bezahlten Beiträge für Verwaltung, Privatvorsorge ca. 8-10% oder bisweilen sogar deutlich mehr, man bedenke die Kosten der Werbekampagnen).
Anhand dieses Beitrages ist ersichtlich wie sehr die Ausgrenzungspolitik von Minderheiten auch der Bevölkerungsmehrheit zum Schaden gereicht. Wirtschaftsinteressen werden immer als Gesamtinteressen betrachtet nach dem Motto "Geht`s der Wirtschaft gut, geht`s uns allen gut" währen die Interessen von Bevölkerungsgruppen als "Sonderinteressen" bezeichnet werden. Zu diesen Sonderinteressen gehören die Interessen der Lesbischwulen Bevölkerung, die der Jugendlichen, die der Älteren Personen, der Pflegebedürftigen, der Arbeitslosen, der MigrantInnen, der Menschen mit Behinderungen, der Menschen mit prekärer Lebenssituation zusammen sind das bereits Mehrheitsinteressen. Mit der Aufzählung von Frauen und Arbeitnehmern ist eine satte Mehrheit sichergestellt. Eine zukunftsweisende Politik hat diese "Sonderinteressen" zu
berücksichtigen.
Eine Stimme für die KPÖ ist nicht nur eine Stimme des Protests gegen das bestehende System der Ausbeutung. Eine Stimme drückt auch den Glauben daran aus, daß eine andere Welt möglich ist, wenn andere politische Entscheidungen getroffen werden.